Warum ich kein Motorenöl verwende

Als ich mich vor einigen Jahren intensive mit der Produkt und Food Fotografie auseinandergesetzt habe, kamen immer wieder skurrile Methoden ans Licht.

Da wurde Rasiercreme anstatt Schlagrahm benutzt, oder wie der Titel sagt, Motorenöl anstatt Honig.


Es war mir von Anfang an ein Graus, Lebensmittel zu verschwenden, indem man sie ungeniessbar macht. Aber ich wusste auch, dass ich kein 5 Sterne Koch bin, um das perfekte Menu herzuzaubern.


Was ich schon immer sehr gern gemacht habe, ist zu improvisieren und das nötige selber herzustellen. Als Erstes habe ich mich entschieden, wen ich Food fotografiere, dann nehme ich die Hilfe gern an und lasse es kochen für das Fotoshooting.



Heute weiss ich, dass es viele Möglichkeiten gibt, wie Lebensmittel nicht so steril abgelichtet werden können. Es muss eine Geschichte erzählen, es soll Erinnerungen wecken und ein Verlangen auslösen.


Der Grund ist, dass wir Menschen einfach mit der rechten Gehirnhälfte kaufen. Das ist der Bereich, der zuständig ist für alles Visuelle wie Bilder, Kunst und Musik. Wir denken aber das wir mit unserer Logik, der linken Hirnhälfte kaufen, was nicht der Fall ist.


Denn es ist das Gefühl, das wir beim Anblick von Foto erhalten, uns dazu bewegt es zu kaufen, essen oder zu verwenden.


Im Studio habe ich mit meinen Kursteilnehmern zuerst immer mit dem Motive, also das Sujet angefangen. Warum und wieso möchte man es fotografieren? Was ist der Hauptgrund, dass es erfüllen sollte? Welche Atmosphäre soll davon ausgehen'?


Wie bei allen Arbeiten geht, man die Schritte rückwärts vom Resultat, das am Schluss vorhanden sein soll im Foto.


Hier die Schritte:


  1. Was für ein Gefühl sollte das Foto auslösen?

  2. Welche Stimmung sollte vorhanden sein? Dunkel, moody, hell, lebendig?

  3. Welche Farbpalette ist bevorzugt? Monochrom, knallig oder gedämpfte Farben?

  4. Welche Requisiten habe ich vorhanden und in welchen Farben und Materialien?

  5. Welches Licht habe ich zur Verfügung im Raum?

  6. Welcher Bildaufbau verwende ich? Drittel, S-Förmig, Quadratisch?

  7. Welcher Bildwinkel ist der beste? Vogelperspektive, 3/4, oder frontal?


Am besten fängt man mit diesem Frage an, was auf den ersten Blick nach viel aussieht. Die Vorbereitungen lohnen sich aber sehr, denn das eigentliche fotografieren ist sehr entspannend, wenn man ein möglichst klare Vorstellung hat wie das Endresultat aussehen sollte.





Hintergründe und Untergründe sind nicht nur wichtig, sie sind auch meist einfach selber herzustellen.

In den persönlichen Branding Foto Sessionen sind manchmal auch Food oder Produkte Aufnahmen vor Ort gefragt. Da kommt es schon vor, dass ich speziell auf die Farbpalette des Kunden den Pinsel schwinge.


Für jene die viel selber schnell ein Foto machen möchten hier noch 2 Tipps:


  1. Wenn möglich alle Lichtquellen im Zimmer ausschalten und in der Nähe eines Fensters mit Tageslicht fotografieren.

  2. Alle Requisiten, die man immer wieder braucht, griffbereit in einer Tasche zu sammeln.


Falls ihr doch mehr darüber erfahren möchten, habe ich einen kleinen Lifestyle Fotografie Kurs.

Ihr könnt damit schon einige Fotos selber erstellen, nur mit dem Handy. Mehr Informationen findet ihr auf der Webseite unter Lifestyle Fotografie.











4 Ansichten0 Kommentare